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Gesellschaft Region, 06.08.2018

Hände weg von unserem Wasser

Unter der Überschrift „Mineralwasser aus Weiding?“, berichtete der Mühldorfer Anzeiger am vergangenen Wochenende, dass die Mitteldeutsche Erfrischungs GmbH (MEG) plant in Weiding auf mehreren Hektar Land eine Abfüllanlage und ein Hochregallager zu bauen um Mineralwasser abzufüllen. Abgefüllt werden soll sogenanntes Tiefenwasser.
Ein Aufschrei sollte sofort von der Bevölkerung der ganzen Region kommen, „Hände weg von unserem Wasser!“

Laut Mühldorfer Anzeiger habe das Landratsamt Mühldorf a. Inn eine Gesamtentnahmemenge von aktuelle 1.600.000 Kubikmeter Entnahme von Tiefenwasser pro Jahr der Firma Nestle zur Lebensmittelherstellung genehmigt. Ursprünglich waren über fünf Millionen Kubikmeter genehmigt. Dieses Wasser nun würde die MEG wohl gerne in Flaschen (wahrscheinlich Plastikflaschen) füllen und über LIDL in ganz Europa billig (Knallerpreise) verkaufen.

Aber der Reihe nach.

Die Mitteldeutsche Erfrischungs GmbH (MEG) gehört der Schwarz-Gruppe. Die Schwarz-Gruppe ist der größte Handelskonzern Europas und das größte Familienunternehmen Deutschlands. Der Konzern mit Sitz in Neckarsulm kontrolliert als Mutterunternehmen die Unternehmen Lidl und Kaufland.

Das Bayerisches Landesamt für Umwelt hat im Juni 1995 ein Merkblatt zur „Nutzung tiefer Grundwässer“ herausgegeben. Tiefenwasser ist also offiziell ein tiefes Grundwasser, wobei die reine Tiefenlage kein begriffsbestimmendes Kriterium ist. Tiefengrundwasser zirkuliert im zweiten oder einem tiefer liegenden Grundwasserstockwerk, so ist das im Merkblatt zu lesen. Und, die Neubildung erfolgt nur sehr langsam, aufgrund der geringen Regenerationsrate sind sie mindestens mehrere Jahrzehnte bis Jahrtausende alt.
In diesem Merkblatt lesen wir weiter: „Jede Entnahme von "tiefem Grundwasser" erhöht dessen Fließgeschwindigkeit zum Entnahmebereich hin und damit auch die Grundwasserneubildung. Durch den Zutritt jüngeren Grundwassers kann die Beschaffenheit des "tiefen Grundwassers" zwangsläufig verändert, d. h. seine Qualität beeinträchtigt werden.“
Und: „Die Entnahme "tiefer Grundwässer" muss mengenmäßig auf die geringe natürliche Grundwasserneubildung abgestimmt sein, damit keine tiefgreifende Änderung der beteiligten Grundwasser-Zirkulationssysteme mit den geschilderten negativen Folgen eintritt.“

Der einzige Grund Tiefenwasser zu fördern und in Plastikflaschen durch ganz Europa zu fahren ist der Gewinn. Unterstellen wir nur mal so, dass pro Halbliter-Plastikflasche ein Gewinn von nur 2 Cent übrigbleibt, bei fünf Millionen Kubikmeter im Jahr die in Weiding mindestens gefördert werden könnten sind das 200 Millionen Euro! (Und bliebe nur ein halber Cent pro Flasche übrig, sind das immerhin noch 50 Millionen Euro Gewinn.)
Ein guter Grund?
Nein, es geht nicht um Gewinn, es geht um unser wichtigstes Lebensmittel: Wasser.

Auch das Argument der Schaffung von Arbeitsplätzen zieht nicht. Es geht um mehr.
Noch haben wir in unserer Region bestes Trinkwasser, das soll so bleiben, nicht nur für uns, sondern für die Generationen nach uns.
Lassen wir das Tiefenwasser da wo es ist und hingehört, in der Tiefe.

(uw)  [Druckansicht] [Leserbrief schreiben]

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