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Gesellschaft Region, 05.09.2019

Angetrunkener schlägt Polizeibeamten ins Gesicht

Rosenheim – Am Mittwochabend (4. September) hat die Bundespolizei einen Mann festgenommen, der sich am Bahnhof in Rosenheim durch sein aggressives und gewaltsames Verhalten in besonderer Weise „hervorgetan“ hat. Eine Jugendliche beurteilte das Geschehen offenbar anders und bezeichnete die Beamten als „Nazis“.

Zunächst machte der 24-Jährige durch sein Herumschreien am Haupteingang der Bahnhofhalle auf sich aufmerksam. Als Bundespolizisten ihn einer Personenkontrolle unterziehen wollten, zeigte sich der offenkundig Alkoholisierte wenig kooperativ. Statt seine Personalien preiszugeben, beschwerte er sich vehement über die Kontrolle. Auf die mehrfache Bitte, sich doch zu beruhigen, reagierte er nicht. Stattdessen wurde er nur noch lauter, gestikulierte und warf den Inhalt seiner Taschen auf den Boden, ehe er unvermittelt seine Hose herunterzog. Die Beamten forderten ihn auf, ihnen zum Zweck der Personalienfeststellung in einen Dienstraum im Bahnhofsgebäude zu folgen. Da er sich weigerte, freiwillig mitzugehen, wurde ihm wiederholt angedroht, auch zwangsweise zum Büro geführt zu werden. Diese Androhungen ignorierte er völlig und widersetzte sich den Bundespolizisten. Er riss sich immer wieder von den Bundespolizisten los, legte sich auf den Boden und hielt sich an einem Geländer fest. Nachdem es den Beamten gelungen war, den renitenten Mann bis zur Zugangstür des Dienstraumes zu bringen, riss sich dieser erneut los, schlug die Scheibe eines Feuermelders ein und löste im Bahnhofsgebäude den Feueralarm aus. Als dem aggressiven Mann Handschellen angelegt werden sollten, schlug er um sich, traf einen Beamten ins Gesicht und verletzte ihn an der Unterlippe.

Schließlich konnte der Mann in das Büro gebracht werden. Dort war es dann möglich, seine Personalien zu erfassen und zu überprüfen. Ein Atemalkoholtest bestätigte, dass der Afrikaner, der im Landkreis Rosenheim gemeldet ist, angetrunken war. Der nigerianische Staatsangehörige wurde wegen Körperverletzung, Nötigung, tätlichen Angriffs auf und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie Missbrauchs von Notrufeinrichtungen angezeigt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen konnte er etwa eine Stunde nach der ersten Aufforderung, sich auszuweisen, wieder aus dem Gewahrsam der Bundespolizei entlassen werden.

Eine Jugendliche, die das Geschehen vor Ort beobachtet und lautstark kritisiert hatte, warf den Beamten vor, lediglich aus fremdenfeindlichen Motiven heraus gehandelt zu haben. Ferner war die Deutsche überzeugt, dass die Kontrolle nur vorgenommen worden wäre, da der Polizeipflichtige dunkelhäutig sei. Im Verlauf ihrer Ausführungen bezeichnete 17-Jährige, die aus dem Landkreis Rosenheim stammt, die Beamten als „Nazis“. Daraufhin wurde auch sie angezeigt. Tatvorwurf: Beleidigung.

(tw)  [Druckansicht] [Leserbrief schreiben]

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