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Gesellschaft Wasserburger Land, 18.09.2019

Mehr als nur Leistungserschleichung

Die Bundespolizei war am Mittwochmorgen (18. September) am Rosenheimer und am Wasserburger Bahnhof mit Personen beschäftigt, die jeweils ohne Fahrschein mit dem Zug unterwegs waren. Bei einer Anzeigenaufnahme wegen des Verdachts der Leistungserschleichung ist es jedoch in keinem der drei Fälle geblieben. Zwei der Beschuldigten mussten in Kliniken eingeliefert werden. Zuvor war eine Verdächtige wegen eines tätlichen Angriffs festgenommen worden. In einem anderen Fall hatten die Bundespolizisten einen „Schwarzfahrer“ auch wegen Unterschlagung angezeigt. Anschließend hatte der Mann das Land zu verlassen.

Eine 26-Jährige wurde Während der Fahrt von Rosenheim nach Reitmehring vom Zugbegleiter einer Fahrscheinkontrolle unterzogen. Wie sich herausstellte, war die Nigerianerin ohne Fahrkarte unterwegs. Im Verlauf der Fahrpreisnacherhebung wurde die Frau nach ersten Erkenntnissen aggressiv und ausfällig. Sie soll den Schaffner als „Racist“ bezeichnet und von „kill“ gesprochen haben. Den zum Zweck der Personalienfeststellung verständigten Beamten der Wasserburger Polizei begegnete die Afrikanerin mit Tritten und Faustschlägen. Auch nach dem Eintreffen von Beamten der Rosenheimer Bundespolizei beruhigte sich die immer weiter aufbrausende Afrikanerin nicht. Sie wurde aufgrund ihrer psychischen Verfassung mit einem Krankenwagen ins Inn-Salzach-Klinikum eingeliefert. Die Frau muss mit Strafanzeigen wegen Erschleichens von Leistungen, Beleidigung, Widerstands gegen und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte rechnen.

In die Klinik nach Rosenheim wurde auf Veranlassung der Bundespolizei ein 36-Jähriger gebracht. Auch dieser Mann war, wie die Fahrscheinkontrolle in einer Regionalbahn ergab, ohne Ticket mit dem Zug unterwegs. Als die Beamten zur Identitätsfeststellung am Rosenheimer Bahnhof hinzugezogen wurden, ließ sich der Italiener kaum mehr wecken. Während der Kontrolle fielen ihm wiederholt die Augen zu. Offenbar war er nicht mehr in der Lage, sich eigenständig wach zu halten. Der alarmierte Rettungsdienst nahm sich des erkennbar hilflosen Mannes an. Einer ersten Einschätzung zufolge litt er an den Auswirkungen eines Drogenentzugs.

Einen afghanischen Staatsangehörigen schloss der Zugbegleiter von der Fahrt mit dem EuroCity aus, da er nicht über die erforderliche Fahrkarte verfügte. Bei der Kontrolle durch die am Bahnsteig in Rosenheim hinzugezogenen Bundespolizisten stellte sich zudem heraus, dass der 20-Jährige über keine Papiere verfügte. Bei der Durchsuchung seines Gepäcks fanden die Beamten ein Mobiltelefon. Einen Eigentumsnachweis konnte der Afghane nicht erbringen. Letztlich musste er eingestehen, dass er das Handy im Zug „gefunden“ und, weil er es brauchen könnte, mitgenommen hätte. Das Handy wurde sichergestellt. Die Bundespolizei zeigte den jungen Mann wegen Leistungserschleichung, illegaler Einreise beziehungsweise illegalen Aufenthalts sowie Unterschlagung an. Um der angedrohten Abschiebung zuvorzukommen, reiste der Afghane mit dem Zug in Richtung Innsbruck, wo er wohnt und gemeldet ist – diesmal jedoch mit einer Fahrkarte.

(tw)  [Druckansicht] [Leserbrief schreiben]

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