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Gesellschaft Region, 07.01.2020

Reiseleiter unter Schleusungsverdacht: Verlängertes Wochenende beschert der Bundespolizei viel Arbeit

In einem Bus aus Italien nahmen die Bundespolizisten auf Höhe Kiefersfelden den Reiseleiter einer knapp 50-köpfigen Touristengruppe fest. Der 57-jährige Philippine wird beschuldigt, die unerlaubten Einreisen von zwei Frauen maßgeblich organisiert zu haben. Bei der Kontrolle der Reisegesellschaft war den Beamten aufgefallen, dass sich unter den Businsassen zwei Fahrgäste befanden, die nicht über die für den Grenzübertritt erforderlichen Einreisedokumente verfügten. Die philippinischen Staatsangehörigen, die in Italien registriert sind, werden verdächtigt, dass sie illegal einreisen, beziehungsweise sich illegal in der Bundesrepublik aufhalten wollten. Sie mussten unmittelbar nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen das Land wieder verlassen und die Rückreise antreten. Der in Bologna gemeldete Organisator der Busfahrt wird sich voraussichtlich schon bald wegen Einschleusens von Ausländern zu verantworten haben.

Insgesamt nahm die Rosenheimer Bundespolizei über das verlängerte Wochenende verteilt rund 40 Migranten in Gewahrsam, die nicht die notwendigen Papiere mitführten. Die meisten wurden in Fernreisebussen festgestellt. Sie stammen ursprünglich unter anderem aus Albanien, Nigeria, Ghana und von der Elfenbeinküste. Beinahe dreiviertel von ihnen wurden zurückgewiesen und der österreichischen Polizei überstellt.

In mehreren Fällen versuchten die Migranten vergeblich, die Beamten mit falschen Dokumenten zu täuschen. So wies sich ein 55-jähriger Ukrainer im Fernbus aus Italien mit einer gefälschten rumänischen Identitätskarte aus. Den Pass einer 43-jährigen Nigerianerin identifizierten die Bundespolizisten im EuroCity als Urkunde ihrer Schwester, die in Italien lebt. Ein 26-Jähriger aus Guinea-Bissau, der mit einem Reisezug nach Deutschland fuhr, führte in seinem Reisegepäck einen verfälschten italienischen Ausweis mit. Bei Ermittlungen gegen einen Busreisenden aus der Republik Moldau fanden die Beamten heraus, dass sich der 44-Jährige in der Vergangenheit mit rumänischen Dokumenten offiziell in Hamburg angemeldet hatte. Ersten Erkenntnissen zufolge hatte er sich den falschen Ausweis in seiner Heimat „organisiert“, um in Deutschland arbeiten zu können.

(tw)  [Druckansicht] [Leserbrief schreiben]

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