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Gesellschaft Region, 20.03.2020

Europaweit gesucht wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung

Die Bundespolizei lässt deutsche Staatsangehörige trotz Einreisebeschränkungen zur Eindämmung der Infektionsgefahr durch das Corona-Virus grundsätzlich einreisen. Das dachte sich wohl auch ein 58-jähriger europaweit gesuchter Deutscher. Er nutzte einen der offiziell zugelassenen Grenzübergänge auf der Bundesstraße nahe Mittenwald. Dennoch endete seine Reise am Freitag (20. März) hinter Gittern.

Bundespolizisten stoppten auf der B2 einen Pkw mit deutschen Kennzeichen. Die Insassen konnten sich ordnungsgemäß ausweisen. Bei der Überprüfung der Personalien des Beifahrers stellten die Beamten allerdings fest, dass dieser von der Münchner Justiz gesucht wird. Laut europäischem Untersuchungshaftbefehl soll er zwischen 2004 und 2007 in großem Ausmaß Steuern verkürzt oder unrechtmäßige Steuervorteile erlangt haben. Als selbstständiger Softwareentwickler hatte er offenbar die wahre Höhe seiner Einkünfte und Umsätze verschwiegen beziehungsweise sogar durch die Nutzung ausländischer Firmen verschleiert. Insgesamt hat der Ingenieur wohl etwa 150.000 Euro Steuern hinterzogen.

Rosenheimer Bundespolizisten führten den Mann am Landgericht München vor. Auf richterliche Anordnung hin musste der Festgenommene in einer Münchner Justizvollzugsanstalt die Untersuchungshaft antreten. Er wird sich voraussichtlich schon bald strafrechtlich verantworten müssen. Im Fall einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung droht ihm eine mehrjährige Freiheitsstrafe von fünf bis zehn Jahren.

(tw)  [Druckansicht] [Leserbrief schreiben]

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