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Gesellschaft Bayern, 06.09.2017

Ministerpräsident Seehofer, Bundespräsident Steinmeier, Israels Staatspräsident Rivlin und Kultusminister Spaenle eröffnen Erinnerungsort an Olympia-Attent

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle haben heute gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Israels Staatspräsident Reuven Rivlin im Beisein von Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Innenminister Joachim Herrmann den Erinnerungsort Olympia-Attentat München 1972 eröffnet. An dem Festakt nahmen neben den Staatsgästen auch Angehörige der elf israelischen Sportler und des bayerischen Polizisten teil, die zu Opfern des terroristischen Attentats geworden waren. Zu den Gästen gehörten auch der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland Dr. Josef Schuster und die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde in München und Oberbayern Charlotte Knobloch, Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, IOC-Präsident Thomas Bach, der DOSB Vorstandsvorsitzende Michael Vesper sowie Steven Ungerleider von der Foundation for Global Sports Development.

Ministerpräsident Horst Seehofer: „Dieser Besuch von Staatspräsident Rivlin ist eine hohe Ehre für Bayern und bezeugt unsere tiefe Freundschaft mit dem Staat Israel und dem jüdischen Volk. Israel ist unser wichtigster Partner in einer Region, die von schweren Konflikten getroffen ist und große Bedeutung für das Miteinander von Menschen verschiedenen Glaubens hat. Wir gedenken bei diesem Besuch der Opfer des schrecklichen Terrors von 1972. Gemeinsam wollen wir ein lebendiges Zeichen des Zusammenhalts setzen gegen Antisemitismus, Hass und Gewalt."

Kultusminister Spaenle: „Die Bluttat von Terroristen an den elf israelischen Sportlern und einem bayerischen Polizisten machen die Menschen in Bayern und in Deutschland auch heute noch tief betroffen. Wir dürfen die Sportler der israelischen Olympiamannschaft, die zum friedlichen sportlichen Ringen in unsere Landeshauptstadt gekommen sind und hier von Terroristen brutal als Geiseln genommen und ermordet wurden, nicht vergessen und auch nicht den bayerischen Polizisten Anton Fliegerbauer, der beim Befreiungsversuch in Fürstenfeldbruck zu Tode kam. Wir wollen den Opfern im öffentlichen Bewusstsein ihr Gesicht und ihre Persönlichkeit wieder geben. Deshalb war es Ministerpräsident Horst Seehofer und mir so wichtig, einen Erinnerungsort hier am authentischen Ort im Olympiapark zu errichten. Ich bin dankbar, dass wir mit einem symbolischen ,Einschnitt‘ in den westlichen Lindenhügel dieses Anliegen des Erinnerns realisieren konnten. Das Attentat war ein tiefer ,Einschnitt‘ für Israel, für unser Land und für die olympische Gemeinschaft, die im Zeichen der Überwindung nationaler Egoismen im Geist internationaler Verständigung in München versammelt war. Der ,Einschnitt‘ steht programmatisch für die traumatische Situation, die der Terrorakt während der heiteren Spiele in München ausgelöst hat. Der Gedenkort soll an das Geschehene erinnern, dieses erklären, es historisch einordnen und daraus Schlüsse ziehen helfen. Der Gedenkort soll auch eine Brücke der Solidarität spannen zwischen Bayern und Israel.“

Dem offiziellen Festakt in der BMW-Welt zur Eröffnung des Erinnerungsorts im Kolehmainenweg ging ein persönliches Gedenken der Angehörigen der Opfer gemeinsam mit den Staatsgästen am Erinnerungsort voraus. Bei diesem wurde der Erinnerungsort den Angehörigen symbolisch „übergeben‘“.


Zur Geschichte des Attentats

Am 5. September waren Terroristen des „Schwarzen September“ in das Olympische Dorf eingedrungen und hatten im Haus Connollystraße 31 elf israelische Sportler als Geiseln genommen. Zwei Sportler, die sich gegen die Terroristen zur Wehr setzten, wurden noch in der Connollystraße ermordet. Die deutschen Sicherheitsbehörden brachten Terroristen und Geiseln unter dem Hinweis, sie von dort nach Kairo ausfliegen zu lassen, nach Fürstenfeldbruck. Die weiteren neun israelischen Geiseln und ein bayerischer Polizist kamen beim Befreiungsversuch auf dem Flughafen von Fürstenfeldbruck ums Leben.

Die Opfer des Attentats von 1972 sind:

David Berger

Ze’ev Friedmann

Yossef Gutfreund

Eliezer Halfin

Yossef Romano

Amitzur Shapira

Jacob Springer

Kehat Shorr

Mark Slavin

André Spitzer

Moshe Weinberg

und

Anton Fliegerbauer


„Einschnitt“ als Siegerentwurf in einem Wettbewerb

In einem konkurrierenden Verfahren hatten 2014 mehrere Architekturbüros ihre Entwürfe für einen Erinnerungsort an das Olympia-Attentat München 1972 eingereicht. Die konzeptionelle Vorlage stammte von Werner Karg vom Bayerischen Kultusministerium, Bernhard Purin vom Jüdischen Museum München und Dr. Jörg Skriebeleit von der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg in Abstimmung mit Angehörigen der Opfer und dem israelischen Generalkonsulat. Eine Jury unter Vorsitz der Professorin Barbara Holzer hat den Entwurf „Einschnitt“ von Brückner & Brückner Architekten aus Tirschenreuth und Würzburg als Siegerentwurf prämiert. Am westlichen Lindenhügel im Olympiapark wurde der Entwurf dann realisiert, der Erinnerungsort in einen Hügel am Kolehmainenweg „hineingeschnitten“ und mit Biographien der zwölf Opfer und einer medialen Präsentation des Attentats zur historischen Einbettung in die heiteren Spiele und den palästinensischen Terror ausgestaltet. Bei der Aufarbeitung stehen die politische Dimension der Olympischen Spiele allgemein und die besondere Bedeutung der Olympischen Sommerspiele für die Bundesrepublik Deutschland 1972, der arabisch-israelische Konflikt und der palästinensische Terror mit dem „Schwarzen September“ im Zentrum.


Erinnerungsort

Die Bedeutung des Erinnerungsorts dokumentiert sich auch an der Beteiligung verschiedener Einrichtungen an seiner Finanzierung. An den Kosten für den Erinnerungsort von gut 2,35 Millionen Euro (davon 1,9 Millionen Euro für den Erinnerungsort und rund 450.000 Euro für die Präsentation) beteiligen sich:

· der Freistaat Bayern,

· die Bundesrepublik Deutschland,

· die Landeshauptstadt München,

· das Internationale Olympische Komitee,

· der Deutsche Olympische Sportbund und

· die Foundation for Global Sports Development

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