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Nachrichten aus Bayern

Gesellschaft 25.08.2019

Ludwig der Technikfreak

Ludwig II., König von Bayern, wurde am 25. August 1845 auf Schloss Nymphenburg im heutigen München geboren. Sein Tod nur knapp 41 Jahre später ist ungeklärte, doch die Theorie, dass der König ermordet wurde scheint nicht abwegig. Doch dazu ein andermal.

Die meisten verbinden mit Ludwig II seine Schlösser, Herrenchiemsee, Linderhof, Neuschwanstein aber auch dazu ein andermal.

Dass König Ludwig II nicht nur der Romantiker war, als der er gerne dargestellt wird, beweist auch sein Interesse und seine Förderung neuer Technologien. Geweckt wurde dieses Interesse vielleicht bei einem Besuch der Pariser Weltausstellung, die der junge König zusammen mit seinem Großvater dem abgedankten König Ludwig I. besuchte. Ludwig I war damals bereits über achtzig Jahre alt.

Schon ein Jahr später gründete König Ludwig II. die „Polytechnische Schule München“ mit Hochschulstatus, die heutige Technische Universität München, zahlreiche wissenschaftliche Institute gehen auf Ludwig II zurück.

Im Schloss Hohenschwangau lies er ein Fotolabor einrichten.

Das weltweit erste Elektrizitätswerk mit einer Dynamomaschine stand in Schloss Linderhof.

Der Prunkschlitten Ludwigs war das allererste elektrisch beleuchtete Fahrzeug in Bayern, wahrscheinlich sogar auf der ganzen Welt. Die gläserne Krone des Schlittens war mit einer der ersten Glühbirnen ausgestattet. Eine Chromschwefelsäurebatterie, die im Sitzkasten untergebracht war, speiste die Lampe. Ein damals bahnbrechende technische Neuerung. (Quelle: Bayerische Schlösserverwaltung)

Auf seinen Befehl wurde auf dem Gebiet der Chemie der Farbstoff Indigo erstmals künstlich entwickelt.

Ludwig II förderte die Drucktechnik. Zur Entwicklung und Erprobung der Flugtechnik ließ er finanzielle Mittel bereitstellen.

Auf Wikipedia ist zu lesen, dass in Ludwigs Schlössern bereits Stahlbau und Elektrizität eingesetzt. Es gab Zentralheizung, Telefon, beheizbare Bassins, elektrische Rufanlagen für die Dienerschaft, Wasserklosetts sowie Aufzüge, und in der Venusgrotte von Schloss Linderhof stand eine Wellenmaschine zur Verfügung. Seine technische Verspieltheit drückte sich auch in dem Entwurf eines Flugwagens in Pfauenform aus. Mit ihm wollte er über den Alpsee vor seinem Schloss schweben. Der Flugwagen mit einem Ballon darüber sollte von einem Seil gezogen werden, das von einer Dampfmaschine gezogen worden wäre.

Mit seinen Schlossbauten förderte Ludwig II.Kunst und Handwerk.

Ludwig II war ein an vielen Dingen interessierter Monarch, kein weltfremder Spinner. Die Selbstmordtheorie, die damals schon bald bezweifelt wurde, passt nicht.

(Bild: Das berühmte Gemälde von Peter J. R. Wenig aus dem Jahr 1885/86 zeigt eine nächtliche Ausfahrt des Königs im elektrisch beleuchteten Schlitten.)

(uw)
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